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Wunschobjekt Smartphone

Wunschobjekt Smartphone
Bild: Andrey_Popov/Shutterstock.com

Die kleinen Alleskönner stehen bei vielen Kindern und Jugendlichen ganz oben auf der Wunschliste – zum Leidwesen der Eltern, die meist tausend Fragen und Bedenken gleichzeitig im Kopf haben: Ab welchem Alter ist so ein Gerät überhaupt sinnvoll? Braucht mein Kind einen Vertrag? Und wie bekomme ich das Handy bei potenziell unbeschränkten Möglichkeiten kindersicher? Wir liefern Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Ab welchem Alter ist ein Smartphone sinnvoll?

Schon Grundschüler wünschen sich häufig nichts sehnlicher als ein eigenes Smartphone. Es ist nicht nur ein mobiles Unterhaltungscenter, sondern auch Zeichen der Zugehörigkeit und des Erwachsenwerdens. Ab welchem Alter Kinder ein voll funktonsfähiges Smartphone mit mobilem Internetzugang sicher und verantwortungsvoll bedienen können, ist  nicht einfach einzuschätzen: Ortungseinstellungen und WLAN müssen aktiviert/deaktiviert werden können, Apps richtig bewertet und das eigene Telefonier- und Surfverhalten kontrolliert werden. Laut Klicksafe – einer EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz – können Kinder unter 12 Jahren dies in der Regel noch nicht leisten. Auf www.klicksafe.de finden Sie eine Checkliste, die Ihnen helfen soll herauszufinden, ob Ihr Kind bereits reif genug für ein Smartphone ist.

Welcher Tarif ist der richtige für mein Kind?

Im sich ständig ändernden Tarifdschungel ist die Verwirrung groß: Klassische Mobilfunkanbieter bieten oft nur Zweijahresverträge, Discounter locken mit günstigen Paketoptionen und  manche Anbieter bieten sogar spezielle Tarife für Kinder und Jugendliche. Welcher Tarif letztendlich für Ihr Kind der richtige ist, hängt davon ab, welche Funktionen am häufigsten genutzt werden: Will ein Teenager vor allem Facebook-Nachrichten schreiben oder online Musikvideos auf YouTube anschauen, ist ein hohes Datenvolumen entscheidend – es sei denn, er surft meist zuhause im heimischen WLAN. Wird hauptsächlich per SMS kommuniziert, ist hingegen eine SMS-Flatrate unverzichtbar. Auf jeden Fall gilt: Lesen Sie bei allen Angeboten das Kleingedruckte! Dort verstecken sich Einschränkungen und Sonderbedingungen, beispielsweise für das Internet-Datenvolumen. 

Grundschulkinder sind mit einem Spezialtarif, wie ihn zum Beispiel Toggo mobile (ab 4,95 Euro/Monat) bietet, gut bedient: Hier können Eltern festlegen, wie viel das Kind vertelefonieren darf. Sonder-Rufnummern, Auslandstelefonate und mobiles Internet sind von vornherein ausgeschlossen. Der Anruf bei den Eltern ist jederzeit kostenlos möglich – selbst wenn das Guthaben verbraucht ist. Und besorgte Eltern können ihr Kind bis zu achtmal monatlich kostenlos orten.

Für etwas ältere Kinder, die wenig telefonieren, eignen sich Discounter-Angebote. Dort sind für 7,99 € zum Beispiel 300 Einheiten (Gesprächsminuten oder SMS) und 300 MB Datenvolumen zu bekommen. Die Angebote sind monatlich kündbar. Wichtig: Achten Sie darauf, dass das Guthaben nicht automatisch nachgeladen wird. 

Jugendliche sind meist mit einer AllNet-Flat am besten beraten: Sie können unbegrenzt ins deutsche Festnetz und in alle deutschen Mobilfunknetze telefonieren und SMS verschicken. Doch auch hinter einer All-Net-Flat verstecken sich Beschränkungen beim Internet-Datenvolumen: Meist liegen sie zwischen 500 MB und 1 GB. Ist das Flat-Volumen erschöpft, lässt sich aber oft mit einer eingeschränkten Datenrate weitersurfen. Es dauert dann nur länger, bis Inhalte geladen sind.

Wie bekomme ich das Smartphone kindersicher?

Selbst wenn Kinder noch kein eigenes Smartphone besitzen, erobern sie es zeitweise von den Eltern zum Spielen oder Videos schauen. Da ist es hilfreich festzulegen, welche Apps benutzt werden dürfen und welche nicht. Bei Apple-Geräten ist diese Möglichkeit in den allgemeinen Einstellungen unter „Einschränkungen“ zu finden. Dort können einzelne Apps freigegeben und In-App-Käufe gesperrt werden. Bei Android-­Geräten kann man für vergleichbare Funktionen eine Sicherheitssoftware herunterladen, zum Beispiel die App „Kids Place“. 

Noch wichtiger als die technische Kontrolle ist ab einem gewissen Alter allerdings das offene Gespräch. 

Was ist bei sozialen Netzwerken zu beachten?

Viele Jugendliche sind Dauerbesucher­ sozialer Netzwerke wie Facebook, WhatsApp und Co. Nicht alle machen sich jedoch ausreichend Gedanken darüber, was und wie viel Informationen sie dort von sich preisgeben – das wird spätestens dann zum Problem, wenn sich peinliche Fotos oder Videos nicht (oder nur mit sehr viel Aufwand) wieder löschen lassen. Auch die rechtliche Seite sollten sie ansprechen: Wer andere fotografiert und die Bilder einfach online stellt, verletzt damit das Recht am eigenen Bild. Bei Fotos, die man nicht selbst gemacht hat, wie auch beim Hochladen von Musik oder Filmen drohen Urheberrechtsverletzungen – und das kann schnell sehr teuer werden. Besprechen Sie diese Punkte am besten, bevor sich die Kinder überhaupt bei den sozialen Netzwerken anmelden.

Für Jugendliche ist es faszinierend durch Facebook und Co. rund um die Uhr mit dem Freundeskreis in Kontakt bleiben zu können – quasi minütlich gibt es neue Nachrichten, Fotos oder Status-Updates. Aber gerade weil das Smartphone zu einer Dauernutzung verleitet, sollten Sie gemeinsam handyfreie Zeiten vereinbaren: zum Beispiel beim gemeinsamen Essen, bei den Hausaufgaben oder aber zu einer bestimmten Uhrzeit – und am wichtigsten natürlich: Gehen Sie mit gutem Beispiel voran.

Smartphone-Statistik

www.klicksafe.de/smartphones

www.handysektor.de

www.schau-hin.info/medien/mobile-­geraete.html

www.kindergesundheit-info.de/themen/medien/medienarten/smartphones

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