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Wo bleibt die Energie?

Deutschland gehört zu den Top 5 der weltgrößten Energieverbraucher. Hauptnutzer sind allerdings nicht wie häufig angenommen die Industrien, sondern mit rund 50 % die privaten Haushalte.

Sie haben nach der letzten Nebenkostenabrechnung die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen? Kein Wunder: Die Energiekosten steigen stetig. Seit 2009 hat sich der Strompreis um mehr als 10 % erhöht. Fachleuchte sagen sogar, dass sei erst der Anfang und prognostizieren weitere Preissteigerungen. Die Motivation zum Energiesparen ist daher hoch. Doch wenn es um konkrete Sparmaßnahmen geht, fühlen sich mehr als zwei Drittel der Bundesbürger unzureichend informiert. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von TNS Infratest.

Hauptposten Heizung

Umso wichtiger ist es, zu wissen, wo die Energie bleibt. Immerhin verwenden die Privathaushalte in Deutschland rund 10 % ihrer Konsumausgaben für Energie. Pro Haushalt und Monat sind das rund 240 €. Davon entfallen 140 € auf die Energie im Haus, insbesondere für die Heizung, und 100 € auf Kraftstoffe für Verkehrsmittel, vor allem für PKW-Fahrten. Die größten „Energie-Fresser“ sind also nicht die Elektrogeräte, wie in vielen Haushalten angenommen. Weit verbreitet ist auch die Vorstellung, die Industrie sei der Hauptnutzer von Energie. Tatsächlich verbrauchen die privaten Haushalte rund 50 %. Für Sparbemühungen sind solche Irrtümer fatal. Verhaltensänderungen setzen an den falschen Stellen an.

Energiewende – eine gesellschaftliche Aufgabe

Der überwiegende Teil der Energie wird bei uns gegenwärtig durch fossile Energieträger wie Öl, Gas und Kohle bereitgestellt, nämlich 80 %. Den Rest decken sogenannte erneuerbare Energien, wie Sonne, Wasser und Wind mit 15 % und Kernenergie mit 9 %. Die fossilen Energieträger gehen schnell zu Ende und wohl spätestens in 100 Jahren lassen sie sich nicht mehr zu vertretbaren Kosten gewinnen. Die Schattenseiten der massiven Nutzung fossiler Energien sind bekannt: Erderwärmung und Klimawandel. Reaktorunfälle sind längst traurige Realität und dass Uran auch bald zu Ende geht, wird selten diskutiert. Die Bundesregierung hat deshalb am 6. August 2011 die „Energiewende“ eingeleitet.

Nach dem Beschluss der Bundesregierung werden alle Kernkraftwerke in Deutschland bis 2022 stillgelegt. Bereits bis zum Jahr 2050 sollen 80 % des Strombedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Ohne Einsparung von Energie durch die privaten Haushalte ist dieses Ziel nicht zu erreichen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) schätzt, dass Einsparungen beim Haushaltsstrom in einer Größenordnung von 60 bis 70 % möglich sind.

Die gute Botschaft ist: Sparsamer Umgang mit Energie schont die Naturgüter, bremst den Klimawandel, fördert den Strukturwandel in Richtung einer nachhaltigen Wirtschaftsweise und spart Geld im Budget der privaten Haushalte. Was Sie selbst unternehmen können, zeigen wir Ihnen in unseren Tipps & Tricks zum Energiesparen.

So leicht verschätzt man sich:

                                                             Tatsächlicher Energieverbrauch             Geschätzter Energieverbrauch

Heizung                                                                              47 %                                                    26 %

Warmwasser                                                                     8 %                                                    18 %

Haushaltsgeräte, Information,                                9 %                                                    39 %
Kommunikation, Beleuchtung            

PKW und andere Kfz                                                  36 %                                                    14 %

 

Energienutzung der privaten Haushalte – Fakten* und Einschätzungen**
Quelle: **Deutsche Energie-Agentur GmbH; *Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft

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