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Wer spart, der hat

Eine aktuelle Erhebung zum Finanzmanagement der privaten Haushalte in Deutschland belegt: Fast 60 % der Befragten finden es immer komplizierter, ihre Finanzen im Griff zu behalten. Um auch mit wenig Geld auszukommen, hilft nur eins: sparen. Wir geben Ihnen dazu wertvolle Tipps.

Wer spart, der hat
Foto: effe45/Shutterstock

Die Gründe sind schnell gefunden: Hohe Lebenshaltungskosten und steigende Preise bei gleichbleibenden Löhnen sorgen zusammen mit einer unübersichtlichen Angebotsvielfalt dafür, dass viele Menschen ihre Finanzen nicht mehr im Griff haben. Bei mehr als der Hälfte der Haushalte bleibt zum Sparen nichts übrig und bei 11 % ist die finanzielle Situation sogar so angespannt, dass manchmal das Konto überzogen oder Geld geliehen werden muss, um über den Monat zu kommen. Diese ernüchternden Zahlen hat das Marktforschungsinstitut Forsa für den Schufa Kredit-Kompass 2011 (→ Download, 12 MB) ermittelt.

Geldmangel auch beim Staat

Auch die öffentlichen Haushalte sind nicht im Gleichgewicht. 2010 mussten in allen deutschen Bundesländern zur Finanzierung der öffentlichen Ausgaben neue Schulden gemacht werden. Europaweit sieht es nicht besser aus: Estland war 2010 das einzige Mitglied der EU, das keine neuen Schulden aufnehmen musste. Finanzwirtschaftler und Politiker diskutieren seit einiger Zeit sogar darüber, wie ein Staat wegen Überschuldung geordnet in den Konkurs gehen kann, um einen Neuanfang vorzubereiten. Besser wäre es natürlich, wenn es dazu nicht kommt. Deshalb wird in der EU verstärkt über „Schuldenbremsen“ und Sparmaßnahmen beraten.

Es macht also Sinn, die alte Tugend des Sparens neu zu beleben. Die Erkenntnis allein hilft allerdings nicht weiter, wenn das Einkommen nicht ausreicht, um Ersparnisse zu bilden. Die einzige Lösung ist in diesem Fall, sich von finanziellem Ballast zu befreien und damit neuen Handlungsspielraum zu gewinnen.

Spare in der Zeit, dann hast du in der Not!

Zunächst muss ein vollständiger Überblick über die Ausgaben gewonnen werden. Führen Sie kein Haushaltsbuch,  hilft die ABC-Methode. Unsere folgenden Beispiele können Sie natürlich noch vervollständigen:

◆ Abonnements für Zeitungen, Zeitschriften, Theater, Pay-TV und Ähnliches sammeln sich oft im
        Laufe der Zeit an, aber nicht alles wird wirklich genutzt. Hier lässt sich oft etwas finden, worauf
        vergleichsweise leicht verzichtet werden kann.

◆ Autofahrten können leicht benzinsparend gestaltet werden: Passen Sie die Fahrweise dem
        Verkehrsfluss an, halten Sie die Drehzahl niedrig und transportieren Sie keinen unnötigen
        Ballast.

◆ Freizeitausgaben können – wenn es sein muss – auf ein Mindestmaß reduziert werden.
        Für Familienferien gibt es z. B. in vielen Jugendherbergen Angebote für Unterkunft und
        Verpflegung.

◆ Haushaltsgeräte werden oft zu Aktionspreisen angeboten. Aber Achtung: Nicht jedes
        Schnäppchen hält, was die Werbung verspricht. Gebrauchte Geräte sollten sachkundig
        geprüft sein.

◆ Nahrungsmittel und Getränke: Hier hilft eine gute Planung, sich nicht zu Spontankäufen
        verführen zu lassen. Vor dem Einkauf sollte der Bedarf genau ermittelt und ein Einkaufszettel
        geschrieben werden.

◆ Taschengeld für die Kinder ist ein besonders heikler Posten. Aber wenn Eltern erklären, dass
        es gemeinsamer Anstrengungen bedarf, um den finanziellen Engpass zu überwinden, sind
        die Kinder sicher zu Einsparungen bereit. Noch wirksamer kann es sein, sie als „Spar-
        kommissare“ zu beauftragen und nach Sparmöglichkeiten im Haushalt zu suchen.

◆ Versicherungen sammeln sich oft ebenso an wie Abonnements. Manche Versicherung ist
        verzichtbar. Aber Vorsicht: Für das Durchforsten sollte eine unabhängige Beratung, zum
        Beispiel bei der Verbraucherzentrale, genutzt werden.

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