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Von Smartphones und Halogenstrahlern

Von Smartphones und Halogenstrahlern

Gehören Sie auch zu den Leuten, die ständig mit ihrem Smartphone beschäftigt sind? Ich jedenfalls bin immer wieder begeistert, was man damit alles machen kann – natürlich nicht, wenn alle beisammen hocken und sich nur noch via Facebook unterhalten. Aber dass ich in Pausen Zeitung lesen kann, meine Termine stets parat habe, mich schnell nach Anfahrtszeiten erkundigen kann und immer und überall die passende Wanderkarte im Gepäck habe, ist schon eine faszinierende Sache.

Als mein Freund Michael mir neulich erzählte, dass ein Smartphone so viel Strom wie ein Kühlschrank verbrauche, war ich zuerst richtig erschrocken. So ein kleines Teil soll genau so viel Strom verbrauchen wie ein 80-Liter-Gigant? Das konnte und wollte ich einfach nicht glauben. Also kramte ich mein Strommessgerät hervor und habe einfach mal gemessen, was für mein Handy täglich an Ladezeiten und Stromverbrauch zusammenkommt.

Das Laden dauert etwa eine Stunde und verbraucht ungefähr drei Watt, also 0,003 kwh. Mit 365 Tagen multipliziert, ergibt das gerade mal eine gute Kilowattstunde, die um die 30 Cent kostet – durchaus überschaubare Jahreskosten. Ich nehme an, Michael hat da etwas verwechselt: Wenn nämlich PC oder Notebook den ganzen Tag laufen, weil wir auf die nächste E-Mail warten, dann kommt selbst im Sparmodus locker ein Stromverbrauch zusammen, für den ein Kühlschrank sich noch ganz schön anstrengen müsste. Also spare ich eine Menge Strom, wenn ich meine Mails über das Handy abwickle.

Bei meinem Smartphone macht das zugehörige Netzteil auch tatsächlich dicht, wenn der Akku geladen ist. So wird kein weiterer Strom verbraucht, auch wenn das Handy die ganze Nacht an der Leitung hängt. Ein schneller Test im Bekanntenkreis hat aber gezeigt, dass das leider nicht immer der Fall ist. Einige Ladegeräte verbrauchen sogar im Leerlauf noch zwei Watt. Das kann man leicht mit seinem körpereigenen Messgerät erfassen: den Fingern. Wenn das Netzteil im Leerlauf oder bei vollem Akku noch warm bleibt, schaltet es nicht ab. Bleibt es dann noch permanent ladebereit in der Steckdose, verbraucht es 48 Watt pro Tag. Das sind pro Jahr immerhin schon 17 kwh, also 5 Euro für nichts.

Jetzt war ich neugierig geworden und nahm auch gleich einen neuen Beleuchtungstrend genauer unter die Lupe: Nachdem ein Teil der Glühbirnen aus Energiespargründen vom Markt genommen wurde, steigen viele Leute auf charmante kleine Halogenstrahler um. Dort, wo vorher ein 60-Watt-Strahler die Ecke ausleuchtete, sind nun fünf dieser netten kleinen Halogenlichter platziert. Die brauchen ja nur 20 Watt – aber eben mal fünf! Strom lässt sich so sicher nicht sparen. Dabei wäre das hier auch gut möglich, denn diese Strahler gibt es auch mit LEDs – die sind zwar in der Anschaffung erstmal etwa doppelt so teuer, aber verbrauchen deutlich weniger Strom. Wir hatten z. B. über dem Wohnzimmertisch einen Halogenstrahler mit 50 Watt. Jeden Tag wird diese Lampe bei beginnender Dunkelheit eingeschaltet und bleibt an, bis wir zu Bett gehen, also etwa bis 23 Uhr. Das sind durchschnittlich sicher mehr als drei Stunden am Tag, aber rechnen wir mal einfachheitshalber mit diesen drei Stunden: Also 3 Stunden x 50 Watt x 365 Tage ergibt etwa 55 kwh und damit ca. 16 € Stromkosten allein für diese eine Lampe. Jetzt habe ich dort einen LED-Strahler mit 7 Watt eingesteckt. Er soll eine Leistung bringen, die mit einem 35-Watt-Halogenstrahler vergleichbar ist. Zugegeben, die Ecke ist jetzt zwar etwas romantischer, aber tatsächlich hat man sich nach wenigen Tagen an die geringere Ausleuchtung gewöhnt. Der Stromverbrauch ist auf einen Bruchteil zurückgegangen: nur noch ein Siebtel der ursprünglichen Summe, also 2,30 Euro, kostet uns die Lampe im Jahr. Da hat sich die Anschaffung des LED-Strahlers schon im ersten Jahr rentiert. Der 50-Watt-Halogenstrahler ging übrigens etwa alle drei Jahre kaputt und war auch nicht gerade billig. Jetzt bin ich gespannt, ob die LED-Lampe ein ewiges Leben genießt.

Wie berechne ich die Kosten?

Um auszurechnen, wie viel Kilowattstunden Strom ein Gerät verbraucht, muss man seine Leistung (Watt) mit der Zeit (Stunden) malnehmen und das Ergebnis durch 1000 teilen.

Beispiel:

Wenn eine Kilowattstunde 29 Cent kostet, bezahlt man für eine 75-Watt-Glühbirne, die den ganzen Tag brennt, etwa 52 Cent:

75 Watt x 24 Stunden = 1800 : 1000 = 1,8 kwh

1,8 kwh x 29 Cent = 52,2 Cent

Das sind im Jahr 190,53 €!

Foto: radoma/Shutterstock.com

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