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Taschengeld – so machen Sie es richtig

Taschengeld

Michelle D. Milliman/Shutterstock.com

In vielen Familien ist das erste eigene Geld ein ewiger Streitpunkt: Eltern verzweifeln an Sprösslingen, die ihr Erspartes für vermeintlich unnützes Zeug verschleudern, und Kinder beklagen, dass das Geld nie reicht. Auf das Taschengeld verzichten sollte man aber dennoch nicht, denn es ist der erste Schritt in die finanzielle Selbstständigkeit. Wir haben alles Wichtige für Sie zusammengestellt.

Am besten ist es, Kinder schon früh an den Umgang mit Geld zu gewöhnen. Spätestens wenn sie rechnen können, sollten Sie ihnen eine kleinere Summe als Taschengeld zur eigenen Verwendung geben und mit ihnen gemeinsam besprechen, was sie damit anfangen können. Nehmen Sie die Kinder auch zum Einkaufen mit und beziehen Sie sie mit ein, damit sie ein Gefühl für den Wert von Dingen entwickeln. Was kostet viel, was kos­tet wenig? Bekommt man das woanders noch günstiger? Am bes­ten schauen Sie vorher gemeinsam zu Hause nach, was benötigt wird und was noch vorhanden ist.

Das Taschengeld gehört, wie der Name schon sagt, in die Tasche und nicht zwangsläufig komplett ins Sparschwein. Natürlich kann es sinnvoll sein für eine größere Anschaffung zu sparen. Das Ziel sollte aber erreichbar sein und nicht zu weit entfernt liegen. So lernen die Kinder Bedürfnisaufschub: Lieber ein kleines Auto in vier Wochen als eine Tüte Gummibärchen in vierzehn Tagen. Nur Sparen ist allerdings auch nicht sinnvoll, denn auch den Umgang mit Geld muss man üben. Und das geht nur, wenn man eigene – möglicherweise auch falsche – Entscheidungen treffen darf. Verfallen Sie also nicht in Panik, wenn ihr Kind sein gesamtes Budget am Kiosk gelassen hat. Das ist ein wichtiger Schritt zu einem bewussten Umgang mit Geld: Es lernt in den Tagen danach, dass für die restliche Zeit nichts mehr bleibt.

Wenn sich Kinder schwertun, ihr Geld einzuteilen, sollten Sie das Taschengeld wöchentlich statt monatlich auszahlen. So ist der Zeitraum überschaubarer.

Taschengeld sollte es übrigens regelmäßig geben und ohne extra Erinnerung – und auch unabhängig davon, ob das Kind artig war. Nur so lernt es, zuverlässig zu planen.

Das sollten Sie vermeiden

Taschengeld ist kein Erziehungsmittel. Kürzen Sie es nicht als Bestrafung bei falschem Verhalten oder schlechten schulischen Leistungen. Erhöhen Sie es nicht als Belohnung.

Zahlen Sie das Geld bedingungslos aus und knüpfen es nicht an Auflagen, wie Buch zu führen oder Quittungen über die Ausgaben zu sammeln.

Beurteilen Sie nicht ungefragt die Ausgaben als „sinnvoll" oder „überflüssig".

Verpflichten Sie ihr Kind nicht dazu, das Taschengeld zu sparen. Es sollte selbst entscheiden dürfen, was mit dem Geld passiert.

Das Taschengeld sollte in der Regel nicht dazu verwendet werden, um benötigtes Schulmaterial oder ähnliches zu bezahlen.

Wenn das Kind Geld geschenkt bekommen hat (z. B. von der Oma), sollte das Taschengeld nicht ausfallen oder gar „verrechnet" werden. Dasselbe gilt, wenn sich das Kind selbst etwas hinzuverdient.

Lassen Sie ihr Kind größere Zahlungen (z. B., weil es etwas kaputt gemacht hat und nun ersetzen muss) lieber „abstottern". Eine massive Kürzung oder dauerhafte Streichung sollte es nicht geben.

Vermeiden Sie eine unregelmäßige Auszahlung des Taschengelds und verkneifen Sie sich geringschätzige Bemerkungen.

Auch wenn es schwerfällt: Sitzt Ihr Kind finanziell frühzeitig auf dem Trockenen, bessern Sie nicht außer der Reihe nach. Es soll lernen, mit der vereinbarten Summe auszukommen.

Erfüllen Sie ihrem Kind nicht jeden Wunsch und bitten Sie auch die Großeltern darum: Warum soll Ihr Kind für etwas sparen, dass es von den Erwachsenen geschenkt bekommt?

 

Wie viel Taschengeld ist richtig?

wöchentlich ausgezahlt:

bis 5 Jahre  0,50€

6 –7 Jahre  1,50 – 2€

8 –9 Jahre  2 – 2,50€

monatlich ausgezahlt:

10 –11 Jahre   13 – 17€

12 –13 Jahre   18 – 22€

14 –15 Jahre   23 – 31€

16 –17 Jahre   32 – 45€

18 Jahre   46 – 62€

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