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Studieren mit Grips – Spartipps fürs Studenten

Studenten
DisobeyArt/Shutterstock.com

Im Studium ist das Geld oft knapp. Wir verraten die besten Tipps, wie Studierende auch mit wenig Geld auskommen. Von Monika Mendat

Karsten (21 Jahre) studiert im zweiten Semester Energie- und Umwelttechnik an der Technischen Universität in Hamburg. Seine Eltern wohnen in Leipzig. Das Modell „Hotel Mama“ kommt für den Studenten also nicht infrage. Einkaufen, Studiengebühren und Miete, Fahrten zum Campus oder am Wochenende nach Hause – die monatlichen Fixkosten sind hoch. Wie finanziert der junge Mann seinen Lebensunterhalt? Wo kann er im Alltag sparen? Mit diesen Fragen ist Karsten nicht allein. Laut dem Statistikportal statista gibt es in Deutschland insgesamt 428 Hochschulen. Die Zahlen zeigen ebenso: Im Wintersemester 2017/2018 waren nach dem Statistischen Bundesamt 2,85 Millionen Studenten an deutschen Hochschulen immatrikuliert. Das sind so viele wie noch nie.

Die Situation gestaltet sich für alle Studierenden im Grunde genommen gleich: Laut der Sozialerhebung*, die das Deutsche Studentenwerk zusammen mit dem Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) durchführt und die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird, sind Studenten im Schnitt 24,7 Jahre alt. 918 Euro stehen ihnen durchschnittlich im Monat zur Verfügung. Die größten Posten auf der Ausgabenseite sind: Wohnen (323 Euro inklusive Nebenkosten), Essen (168 Euro) und Mobilität (94 Euro).

Studenten wie Karsten trifft es besonders hart, denn Hamburg ist neben München, Köln und Frankfurt a. M. unter allen deutschen Städten das teuerste Pflaster. Die Kommilitonen in der Hansestadt müssen durchschnittlich 373 Euro für Miete hinlegen. Am günstigsten wohnen Studierende im Osten Deutschlands. Die Mietpreise für sie liegen in Leipzig und Dresden bei jeweils 264 Euro und in Jena bei 265 Euro.

Und noch drei weitere Fakten: Deutsche Studentinnen und Studenten leben überwiegend in einer Wohngemeinschaft. 86 Prozent von ihnen greifen laut Sozialerhebung die Eltern finanziell unter die Arme – mit einem Zuschuss von durchschnittlich 541 Euro pro Monat. 61 Prozent jobben neben dem Studium und verdienen dabei durchschnittlich 385 Euro. Im  Sommersemester 2016 erhielten 18 Prozent eine Förderung nach dem BAföG.

Nach Abzug aller Kosten bleibt also nicht viel für Bücher, Kleidung, Handyrechnungen oder Bar- und Cafébesuche übrig. Wir haben daher die wichtigsten Tipps zusammengestellt, wie man während des Studiums Geld sparen kann. Die gute Nachricht voraus: Die Möglichkeiten sind mannigfaltig.

Lesen
Studenten erhalten bei Verlagen häufig Abonnements zu günstigen Konditionen. Das Portal studentenpresse.de hat rabattierte Zeitungen und Zeitschriften zusammengestellt, die zu einem ermäßigten Preis von bis zu 75 Prozent angeboten werden. Über zwei Millionen Studentinnen und Studenten machen laut Anbieter davon Gebrauch. Und es lohnt sich tatsächlich, dort vorbeizuschauen. Ein Beispiel: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung kostet im „Miniabonnement 4 Wochen“ im Normalpreis 43,50 Euro inklusive Vertriebskosten pro Monat. Der Vorzugspreis für Studierende, Referendare, Schüler und Azubis liegt laut studentenpresse bei 22,10 Euro. Man hat als Student also fast die Hälfte eingespart und bekommt aktuell einen Aral-Gutschein für zehn Euro noch obendrauf.

Reisen
Hoch im Kurs stehen Fernbusse und Mitfahrgelegenheiten. Selbst in entlegene Regionen wie Litauen oder Rumänien gibt es inzwischen kostengünstige Anbindungen, die vor allem Studenten, die an einer Universität im Ausland eingeschrieben sind, nutzen. Je nach Anbieter variieren jedoch Preis und Ausstattung. Die Plattform studis-online.de hat nützliche Tipps rund ums Studium gesammelt und untersucht auch fünf bekannte Fernbus-Suchmaschinen. Dazu gehören checkmybus.de, fahrtenfuchs.de und fernbus24.de. Die Suchmaschine busliniensuche.de wird von dem Anbieter besonders empfohlen. Sie wurde 2012 von drei Karlsruher Studenten gegründet und steht auch als App zur Verfügung. Laut der Stichprobe von studis-online kostet die Fahrt zwischen Hamburg und Mannheim zwischen 19 und 40,50 Euro, von Frankfurt nach London geht es für 29 bis 92 Euro.
Auch die Deutsche Bahn bietet die BahnCard 25 und 50 für junge Leute bis einschließlich 26 Jahre günstiger an. Sie können damit bis zu 50 Prozent im Vergleich zum Normalpreis sparen. So kostet die „My BahnCard 25“ in der zweiten Klasse 39 Euro und die „My BahnCard 50“ in der zweiten Klasse 69 Euro
(www.bahn.de).

Wohnen
In Deutschland unterhält das Deutsche Studentenwerk (DSW) etwa 189.500 Wohnplätze. Die durchschnittliche Miete (Brutto-Warmmiete) liegt bei circa 234 Euro im Monat. Die Wohnungen liegen häufig in der Nähe der Universitäten, sodass keine oder nur geringe Kosten für die Fahrt zum Campus anfallen. Daneben bieten gemeinnützige Vereine oder konfessionelle Träger eigene Wohnheime an. In den meisten Städten gibt es auch ein vergünstigtes Semesterticket für Studenten. Weitere Informationen unter:
www.studentenwerke.de

GEZ-Befreiung und Girokonto
Wer BAföG erhält, kann sich vom Rundfunkbeitrag befreien lassen. Der Antrag kann auch online gestellt werden. Zudem bieten viele Geldinstitute für Studenten kostenlose Girokontos an.

Telekommunikation
Für Studentinnen und Studenten ist es besonderes wichtig, vernetzt zu sein – sei es mit  den Kommilitonen an der Uni oder mit Eltern und Freunden zu Hause. Bei Handy, Tablet, DSL & Co. kann man jede Menge sparen. Experten raten: Tarife gründlich vergleichen und vorher sein Telefonier- und Surfverhalten unter die Lupe nehmen. Wie viel telefoniere ich? Wie viele Kurznachrichten schreibe ich? Wie viel Zeit verbringe ich im Internet? Eine gute Übersicht über die verschiedenen Angebote und Tipps rund um die Telekommunikation findet man auf www.studium-ratgeber.de oder auf www.studentenrabatte.org.

Internationaler Studentenausweis
Die International Student Identity Card, der weltweit anerkannte internationale Studentenausweis, bietet Vergünstigungen in 130 Ländern. Dazu gehören Flüge sowie weitere Verkehrsmittel, Freizeit- und Kulturangebote oder auch Online-Shopping. Das Angebot ist vielfältig. 15 Prozent Nachlass z. B. erhalten Studenten zur Zeit mit dem Internationalen Ausweis auf die Miete eines PKW oder Transporters bei der Europcar Autovermietung. McFIT bietet für ausgewählte deutsche Großstädte ein vergünstigtes monatliches Training für 15 Euro an. Und auf lieferando.de spart man drei Euro bei der Bestellung mit dem Internationalen Studentenausweis (www.isic.de).

Essen
Immer noch die günstigste Art zu essen, ist für Studenten die Mensa. Dort gibt es an den meisten Universitäten vielseitige Menüs. Ebenso finden sich auf Webseiten wie studentenrabatte.de Gutscheine beziehungsweise Rabatte, etwa für pizza.de oder lieferando.de. Doch man kann auch für wenig Geld selbst kochen und ist nicht auf Fertiggerichte angewiesen. Einige Webseiten haben spezielle Gerichte in großer Zahl für den kleinen Geldbeutel von Studenten zusammengetragen. Zum Beispiel:
www.studentenwiese.de/studenten-rezepte mit Rezepten von Studenten-Pute bis Zucchini als Nudelersatz.
www.studikoch.de, hier gibt es nicht nur einfache und schnelle Rezepte für Studenten, es steht auch ein Kochplan für die Woche zur Verfügung – inklusive Einkaufszettel.
 Auch auf chefkoch.de finden sich zahlreiche Rezepte speziell für Studenten.

Studentische Fahrradwerkstätten
Die schnellste und günstigste Möglichkeit zum Campus zu kommen, ist häufig immer noch das Fahrrad. Einige Universitäten haben Verträge mit Fahrradwerkstätten wie die Uni Hannover. Hier können Studierende ihre Räder kostengünstig reparieren lassen. Es fallen lediglich Kosten fürs Material an – die Arbeitszeit ist frei. Universitäten wie die Uni Heidelberg unterhalten eine Selbsthilfe-Fahrradwerkstatt „von Studis für Studis“. Dort werden auch Spezialwerkzeuge zur Verfügung gestellt. Folgende Universitäten, bieten eine Fahrrad-Notfallhilfe an:
•    RWTH Aachen   
Der AStA und der ADFC betreiben eine gemeinsame Fahrradwerkstatt.
•    Humboldt Uni Berlin – Die hubSchrauber
•    TU Berlin: unirad
•    Universität Bielefeld: Radtschlag
•    TU Braunschweig: Die FahrradSelbstHilfe
•    Uni Dortmund: reCycling
•    Uni Heidelberg: Die URRmEL
•    Uni Hildesheim: Fahrradhilfe FAZZE
•    Uni Konstanz: Fahrradselbsthilfe
•    Uni Lüneburg: KonRAD
•    Uni Münster: Fahrradwerkstatt
•    Uni Osnabrück: Fahrradwerkstatt
Quelle und weitere Informationen:
www.fahrrad-und-bike.de/deine-fahrradwerkstatt-an-der-uni.html

Linktipps

www.geizstudent.de   
Schnäppchen & Aktionen

www.sparcampus.de   
mit Studentenrabatten und -tarifen

www.studentenpresse.de   
vergünstigste Abos der Verlage

www.studentenrabatte.de   
vielseitige Angebote, je nach Stadt

www.studium-ratgeber.de   
mit Tipps und Tricks rund ums Studium

www.studententarife.org   
vor allem für Computer, Handy, Reisen

www.studentenwerke.de   
Infos auch zu Wohnheimen

www.studentenwiese.de   
Rezepte, Rabatte, Tarife und Reisen

www.studis-online.de   
alles rund ums Studium

www.unideal.de   
„Schnäppchen-Wächter" für Studenten inklusive Gutscheine 

www.unitours.de, Reisen

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