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Mit Energie sparen

Mit Energie sparen
Foto: ESP Nürnberg

Steigende Energiekosten stellen immer mehr Haushalte vor finanzielle Probleme. Um diesen entgegenzuwirken, wurden in vielen Städten Energiesparprojekte ins Leben gerufen.
Wir haben nachgefragt bei Gundula Blaszyk von der Stadt Nürnberg.

Was ist das Projekt „Energieschuldenprävention“ der Stadt Nürnberg?

Das vom Nürnberger Sozialamt 2008 gestartete Energiesparprojekt zur Energieschulden-prävention – ESP richtet sich an Menschen in prekären Lebenslagen. Anstoß zur Entwicklung des ESP-Projekts waren die stark gestiegenen Energiepreise und die alarmierende Zahl an Stromsperren aufgrund von Zahlungsrückständen.

Im Mittelpunkt des Projekts steht die individuelle professionelle Energieberatung durch fachlich kompetente und sozial engagierte Energieberater/innen. Der Beratungsschwerpunkt liegt auf dem Nutzerverhalten. In der Erstberatung nehmen die Energieberater/innen mittels eines standardisierten Erfassungsbogens sowie technischer Messgeräte alle beratungsrelevanten Informationen auf und geben erste praktische Hinweise zum sofortigen Energiesparen. In den Folgeberatungen werden die beim ersten Treffen herausgefilterten Schwerpunkte vertieft und es erfolgt eine gemeinsame Wirkungskontrolle der anfänglichen Spartipps.

Gibt es Kooperationspartner beim Projekt?

Da die Höhe der Energiekosten nicht allein vom Verbraucherverhalten abhängt, sondern auch von Faktoren wie Energietarif, Bausubstanz der Wohnung, Heiztechnik oder Geräteausstattung, wurde das ESP-Projekt von der ersten Stunde an breit vernetzt. Wichtigste Kooperationspartner sind der regionale Energieversorger, das Jobcenter Nürnberg, Sozialdienste, das kommunal-verbundene Immobilienunternehmen „wbg“ und eine lokale Tageszeitung, die eine jährliche Spendenaktion durchführt. In enger Zusammenarbeit mit diesen Partnern konnten im Projektverlauf folgende Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden:

✗    Kooperationsvereinbarung zwischen Stadt und Energieversorger:
       In dieser sind für Leistungsbeziehende folgende Maßnahmen geregelt: Zugang zu günstigen
       Energieprodukten, tragbare Ratenhöhen zum Abbau von  Energieschulden und die Ein-
       beziehung von Sozialdiensten bei einer Sperrandrohung.

✗    Verfahren zur Übernahme tatsächlich benötigter Heizkosten durch den Leistungsträger:
       Stellungnahmen der  Energieberater zu den tatsächlich benötigten Heiz­kosten dienen den
       Leistungsträgern als Grundlage für Heizkostenzahlungen an Haushalte, deren Kosten über
       dem städtischen Richtwert liegen.

✗    Verfahren zur energetischen Verbesserung der Wohnsituation:
       Die „wbg“, aber auch Privatvermieter werden über festgestellte Wohnungsmängel schriftlich
       informiert und ggf. auch auf bestehende ENEV-Vorschriften hingewiesen.

✗    Spendenvermittlung zum Kauf energie­effizienter Haushaltsgeräte: Aus Spendenmitteln wird
       der Neukauf eines energieeffizienten Gerätes mit bis zu 300 € gefördert.

Welchen finanziellen Nutzen haben die Haushalte?

Das Projekt fand von Beginn an großen Zuspruch und zeigt Wirkung: Bis Juni 2012 wurden mehr als 1900 Haushalte intensiv unterstützt und beraten. Die erzielten Einsparungen an Energiekosten liegen bei durchschnittlich 250 € pro Haushalt und Jahr und führen zu einer nachhaltigen Entlastung der beratenen Haushalte.

Das Gespräch führte Prof. Piorkowsky, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutschland im Plus – Die Stiftung für private Überschuldungsprävention

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